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„Relativ Abgehoben“ - Die große Wissenschaftsshow am Gymnasium Berchtesgaden

Mit über 500 Besuchern war die Aula des Gymnasiums bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Schüler der P-Seminare MINT und Akustik der 12. Jahrgangsstufe unter der Leitung der Oberstudienräte Martin Hofreiter und Markus Hanke ihre spannenden Experimente dem begeisterten Publikum präsentierten. Auch viele Schüler aus dem ganzen Landkreis und sogar eine Delegation des Gymnasiums Olching ließen sich die zweite Ausgabe der Wissenschaftsshow nicht entgehen.Erklärt wurden die einzelnen Programmpunkte von den vorführenden Schülern sowie von Alexander Wimmer und David Hartmann, die als Moderatoren wortgewandt, informativ und humorvoll durch den Abend führten.

Nach der Begrüßung durch Schulleiter Andreas Schöberl wurde auf der Bühne ein meterhoher Feuertornado entfacht, dazu erklang der Titelsong des Abends „Relativ Abgehoben“, ein Rap über Einsteins Relativitätstheorie, den das P-Seminar Akustik im Rahmen eines Wettbewerbs selbst geschrieben und produziert hat. Nach Michael Grubers Hörspiegelstrecke, bei der Schallwellen mithilfe von Parabolspiegeln durch die ganze Aula übertragen wurden, zeigte Tim Borufka eine Reihe von Experimenten mit flüssigem Stickstoff, bei denen man erkennen konnte, wie eine Temperatur von unter minus 196 Grad die Eigenschaften verschiedener Materialien verändern kann. Immer wieder wurde auch das Publikum in die Vorführungen eingebunden. Die meist jungen Probanden bekamen als Belohnung für ihren Mut kleine Holzspielzeuge oder zerknüllte Luftballons aus dem Stickstoffbehälter, die sich bei Raumtemperatur zu Tierformen entfalteten. Dass seine Supraleiter-Magnetschwebebahn nicht so recht funktionierte, wollte Tim nicht auf sich sitzen lassen, er wiederholte den Versuch im zweiten Teil der Show und diesmal klappte alles wie am Schnürchen. Kevin Fegg und Elias Huber spielten mit Druckluft auf einer sogenannten Lochsirene, einer rotierenden Holzscheibe mit unzähligen Löchern, den Beginn des Songs „Seven Nation Army“, eine Melodie, die im Verlauf des Abends zum Ohrwurm werden sollte. Von diesen beiden Schülern wurde auch der Schallwellenlaser demonstriert, eine Vorrichtung, mit der Musik in beeindruckende Muster eines Laserpointers übertragen wird. Ebenfalls mit Licht wurden die Töne der Lasergitarre erzeugt, auf der die nun schon bekannte Melodie erklang, nachdem zuvor mit Luft und Wasser angetriebene Raketen die Aula durchquert hatten. Nach Pauline Pistors „Gaußkanone“, bei der mittels Magneten eine Stahlkugel auf beachtliche Geschwindigkeit beschleunigt wurde, war ein weiterer Höhepunkt des ersten Teils das Projekt von Christoph Zern und David Hartmann, die die Schwerkraft überwinden wollten und Christoph mittels Magnetschuhen an der Decke gehen ließen.

Nach der Pause staunte das Publikum über ein menschliches Lautsprecherkabel, bei dem schwacher Strom die Testpersonen durchlief. Ein Exponat, das schon seit Tagen Scharen von Schülern in der einwöchigen MINT-Ausstellung des Gymnasiums anlockte, war der Airhockey-Tisch von Timo Riedelsperger und Jonas Neubauer. Wie beim Eishockey muss ein Puck in das Tor des Gegners geschossen werden, allerdings schwebte hier der Puck nahezu reibungsfrei auf einem Luftpolster, das durch tausende kleiner Löcher in der Tischplatte erzeugt wird. Vom Spaßfaktor dieses Spiels konnten sich Schulleiter Schöberl und eine Kollegin aus Olching live auf der Bühne überzeugen. Um Musik ging es wieder bei den nächsten Versuchen, bei denen Alexander Wimmer und Silvan Gschoßmann das Phänomen der „Unendlichen Tonleiter“ präsentierten und Angela Krenn ein selbstgebautes Theremin vorführte, das einzige Musikinstrument, das ohne Berührung gespielt wird.

Dass das MINT-Seminar aus wahren Seifenblasenkünstlern besteht, konnten die Schüler im Sommer schon bei einer Vorführung im Kindergarten Schönau unter Beweis stellen. Neben besonders großen, in die ganze Kinder passten, gab es auch Seifenblasen, die statt mit Luft mit Kohlendioxid und Helium gefüllt wurden und so entweder schnell zu Boden sanken oder bis an die Decke schwebten. Dass Helium nicht nur Seifenblasen in die Höhe zieht, sondern auch die Töne von Musikinstrumenten, erlebten die Zuschauer anhand der Melodie von „Seven Nation Army“. Deutlich größer als eine Seifenblase war der Wetterballon, den Thomas Gruber und Florian Hönes Mitte September in die Stratosphäre schickten. Neben verschiedenen Messinstrumenten befanden sich auch zwei Kameras an Bord. Start und Flug bis in 11 Kilometer Höhe zeigte ein faszinierender Film der beiden Jungwissenschaftler mit spektakulären Bildern von Berchtesgaden.

Bevor am Ende noch alle beteiligten Schüler von einer riesigen Seifenblasenhülle umgeben wurden, bedankten sich die verantwortlichen Lehrer Martin Hofreiter und Markus Hanke bei allen, die zum Erfolg dieser tollen Vorstellung beigetragen haben, von der Technik-Gruppe über das Personal des Gymnasiums bis zu den vielen und großzügigen Sponsoren, vor allem aber dankten sie dem Schülerforschungszentrum Berchtesgaden für die große Unterstützung, namentlich dem Ehepaar Gasteiger, die den Schülern bereitwillig und kompetent mit Rat und Tat zur Seite gestanden sind.

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